SPG

Hauptsitz

Giovanni Vaccarini Architetti

2016
Steel Structures50 ton
Façades1800 s.qm.
S M L XL
Umberto Colicchio

Shape of the light

Die filmische Reise, die dem neuen Sitz der Société Privée de Gérance in Genf gewidmet ist, und von  Giovanni Vaccarini entworfen wurde, erkundet eine Architektur, deren Körper Raum lässt für ein inspirierendes Verschwimmen der Grenzen.
Im Mittelpunkt des Kurzfilms von The Piranesi Experience stehen die scheinbaren Bewegungen, die sich aus der Interaktion zwischen der Vibration des Lichts und dem neuen raffinierten System der Fassade aus Siebdruckglasmodulen ergeben: ein Modell, mit dem die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert und gleichzeitig eine Verringerung des Volumens mit einer stark ästhetischen Note erzielt werden konnte.
Über die Kamerabewegungen nehmen wir das Gebäude als abstraktes und wandelbares Bauwerk wahr, das sich je nach der für die Aufnahmen gewählten Perspektive unterschiedlich präsentiert. Das Volumen des Baukörpers schwindet langsam vollständig und scheint seiner eigenen materiellen Dichte beraubt zu sein.
Unterstrichen wird dieser langsame Prozess des Fading away zusätzlich durch die Bilder und Klänge der Geschichte von Daniela De Francesco, unter der Regie von Claudio Esposito.
Während der Nachtstunden verstärkt sich dieser Effekt der Verschwommenheit noch durch die besondere Lumineszenz, die durch die lichtspendenden und auf die Aluminiumstreifen an der Fassade montierten Elemente erzeugt wird, welche als Träger der Glaselemente fungieren.

Im Streben nach Dynamik und der experimentellen Erkundung optischer Phänomene, die durch das auf die Oberflächen treffende Licht entstehen,  findet sich ein intensiver Verweis auf kinetische Kunst und die ersten Experimente von Kandinsky, bei denen die Mechanismen des Sehens eng mit der Bewegung und der zeitlichen Dimension verbunden sind.
Rossana Vinci, Architekt und Journalist

Kunde:
SPG Société Privée de Gérance
Kategorie:
Architecture

Hauptsitz


Vom italienischen Architekturbüro Giovanni Vaccarini Architetti stammt der Entwurf für den neuen Firmensitz des Schweizer Finanzinstituts Société Privée de Gérance (SPG), an der Route de Chêne, etwas außerhalb des historischen Zentrums von Genf gelegen. Das bestehende Gebäude wurde umstrukturiert und erweitert. Eine extravagante architektonische Fassade, die den Firmensitz in eine lebendige Struktur und scheinbar fließenden Konturen verwandelt und zugleich die Energieeffizienz des Gebäudes fördert.


Die Gebäudehülle besteht aus einer dreifachen Glasschicht (Wärmekammer), die durch eine vierte, belüftete Schicht ergänzt wird, in die eine mikroperforierte Jalousie zur Lichtregulierung integriert ist. An der Außenseite sind Sonnenschutzmodule aus Siebdruckglas verankert, die dank der unterschiedlichen Modulgrößen und ihres Oberflächendesigns auf der Fassadenoberfläche ein sich wandelndes Muster erzeugen. Der grafische Siebdruck auf den Sonnenschutzmodulen verstärkt den entstehenden Rückstrahleffekt und lässt den Umriss des Gebäudes zu einer Art verschwommenen und leuchtenden „Nebelwolke" werden, wie es Giovanni Vaccarini ausdrückt. Nachts werden die Glasmodule von weißen LED-Leuchten erhellt, durch die das Gebäude lebendig und schillernd wirkt und einen Dialog mit der urbanen nächtlichen Szenerie eingeht, von der es umgeben ist.


Für dieses Projekt hat Stahlbau Pichler ein spezielles Konzept der Gebäudetechnik entwickelt, um die „gläsernen Flossen", die das einzigartige Design der Gebäudehülle ausmachen, präzise zu verankern. Dies war unerlässlich, um den Platzbedarf auf ein Mindestmaß zu beschränken und dadurch die Fassadenlinien so klar und rein wie möglich zu gestalten, ganz so wie es das Architekturprojekt vorsah. Die komplexen Anforderungen von Statik und Ästhetik konnten somit in Einklang gebracht werden. Auch eine Minimierung des Gewichts war äußerst wichtig, um die etwa 100 Tonnen Glas in den Griff zu bekommen, die in das bestehende Gebäude integriert worden waren, für das spezifische Belastungsbeschränkungen galten.